Neunziger Jahre - Förderverein Freibad Ulitzhörn Brunsbüttel

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Neunziger Jahre

50 Jahre Freibad

Neue Blüte

Für viele Brunsbütteler war das Freibad auch in den Neunzigern ein Platz der Erholung, denn ein phantastischer Blick auf die meist befahrendste Wasserstraße der Welt gab es gratis. Dagegen würde die gründliche Sanierung ein großes Loch in die Kasse des städtischen Haushaltes reißen.
Der ehemalige Bürgermeister Ernst Tange zerstreute 1994 alle Gerüchte einer Schließung des Bades an der Elbe aus Kostengründen. So eröffnete das Freibad am 15. Mai entgegen allen Unkenrufen zum 40 jährigen Bestehen wieder seine Pforten. Von Mitte Mai bis Anfang September kamen 40.652 Kinder und Erwachsene ins Freibad Ulitzhörn.
Im September 1996 ging Bürgermeister Ernst Tange davon aus, dass das Bad 1997 wieder geöffnet würde. Damit der Haushalt auch 1997 sichergestellt werden konnte, wurde dem Finanzausschuss zwei Monate später von der Verwaltung der Vorschlag gemacht, das Freibad zu schließen. Zu diesem Zeitpunkt fehlte den Mitgliedern des Finanzausschusses allerdings der Vergleich über die Höhe der Sanierungs- und Abrisskosten. Weder die CDU noch die SPD wollten diese Vorlage diskutieren, sondern sie zunächst an die zuständigen Fachausschüsse für Jugend und Kultur, an den Wirtschafts- und Verkehrsausschuss sowie an den Bauausschuss weiterleiten. Schriftlich forderte  die SPD-Fraktion in diesem Zusammenhang eine Kostenanalyse für eine veränderte Betriebsführung des Freibades.
Ebenso sollten Vorschläge zur Ausgliederung aus dem städtischen Betrieb und für eine eventuelle Vereinsübergabe ausgearbeitet werden.
Die Verwaltung hielt den Betrieb von zwei Schwimmbädern nicht für erforderlich, um den Bürgern eine Schwimmmöglichkeit zu bieten. Die Sanierungskosten für das 42 Jahre alte Freibad Ulitzhörn von 600.000 DM und die Kosten, die durch die veränderten wasserbehördlichen Vorschriften entstehen würden, seien nicht aufzubringen. Zwei Monate später hielt der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss unter der Leitung von Wilhelm Malerius (SPD) an seinem Beschluss fest, das Freibad nicht zu schließen. Das Hauptproblem bestand darin, dass die Auflagen des Amtes für Land- und Wasserwirtschaft Heide (ALW) verschärft wurden. Diese besagten, dass das Filterrückspülwasser des Bades künftig nur noch über die Kanalisation entsorgt werden dürfe, anstatt wie bisher in die Elbe. Die Investitionskosten für den Anschluss würden 60.000 DM betragen, dazu käme  eine jährliche Abwassergebühr von 40.000 DM. Baudirektor Brumm stellte fest, dass das Bad rundum erneuert werden müsse. Heizung, Beton, Folie und Überlaufrinne des Beckens, Rohrleitungen, Pumpen und die Sanitäranlagen müssten instand gesetzt werden, damit sich dieser neue Abwasseranschluss überhaupt rechne. Auf Nachfrage des CDU-Stadtrates Peter Hollmann räumte der Baudirektor ein, dass die Fortsetzung des Badebetriebes zunächst auch ohne Sanierung möglich sei. Investiert werden müsse 1997 lediglich in die Abwasserbeseitigung.
Die Unwissenheit in der Bevölkerung über die Vorgänge und die Differenzen zwischen der Verwaltung und den Fraktionen über den Fortbestand des Bades führten dazu, dass die CDU 1997 4.000 Unterschriften für den Erhalt des Bades sammelte.
Nach einem Aufruf der SPD-Vorsitzenden Gerdemarie Binder im September 1997 wurde am 23. Oktober der „Förderverein Freibad Ulitzhörn" (FFU) gegründet.


Das Freibad vor der Sanierung

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